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Bei strömendem Regen fuhren wir am Freitag los. Seit dem liegen 48 intensive Stunden hinter uns. Die Gemeinde Leoben bot uns, einer Gruppe hochmotivierter Jugendlicher aus dem Osten, für ein erstes Wochenende eine tolle Heimat. Gemeinsam durften wir die ersten Schritte des DISG-Modells kennen lernen. LIT - es steht für "Leiter-Intensiv-Training" - startete gemeinsam mit Shaina und Freddy ins erste von sechs Wochenenden.
Am Freitag am Abend ging es los mit der Frage: “Was siehst du?” In Gruppen betrachteten und lasen wir vier Zitate zum Thema und stellten fest, dass wir durch Anschauen verwandelt werden (2. Kor. 3,18), unser Vorbild Jesus zu betrachten uns zu besseren Menschen macht (egal, wie wir vorher waren) und wir anschließend auch davon erzählen werden, wenn wir uns mit dem Vorbild Jesu identifizieren, weil es uns begeistert.
Am Sabbatmorgen machten wir uns in drei Gruppen Gedanken über drei biblische Personen und ihr Leben. Alle drei gaben uns ein wenig Aufschluss über ihre Handlungen und ihren Charakter.
Lot, ein Mann mit viel Potenzial, trifft falsche Entscheidungen und verursacht so viele nachfolgende Probleme. Wir haben herausgefunden, dass er Gott nicht so vertraut hat, wie es gut gewesen wäre. Dadurch entstanden Völker (Moab und Amon), welche später Feinde des Volkes Gottes wurden.
Bileam, ein Mann unter Gottes Geist in einem fremden Land, sieht nicht auf Gott und seinen Plan, sondern auf seinen eigenen Vorteil, seinen Ruhm und seinen Reichtum. Als Barak zu ihm kam um das Volk Gotte verfluchen zu lassen, war es Bileams Intension, die Belohnung zu bekommen, und er verfolgte sein Ziel bis zum (wirklich bitteren - siehe PP) Ende.
Saulus hingegen ändert sich und wird als Paulus ein Werkzeug in der Hand Gottes. Mit seiner Bekehrung und seinem Charakter dient er Gott aus vollem Herzen und mit vollem Eifer. Er ist ein ermutigendes Beispiel für uns.
Nach einem super Mittagessen und einem Spaziergang in einer tollen Berglandschaft neben der Mur, durften wir uns zum Beispiel über die Fragen: Woher komme ich? Was steckt in mir? Wohin will ich? Wie komme ich ans Ziel? Wer hilft mir dabei? Gedanken machen und gemeinsam überlegen, mit welcher Frage wir zur Zeit am meisten beschäftigt sind. Gemeinsame, kurze Gespräche zwischendrin zeigten uns des öfteren auch neue Sichtweisen und andere Denkweisen auf, die mich persönlich und auch alle anderen in unseren Denkprozessen weiterbrachten und weiterbringen werden.
Nach dem Ausfüllen des DISG-Testes und seiner doch recht umfangreichen Auswertung begannen wir uns nun viel besser kennenzulernen und dürfen uns in den kommenden Wochen mit dem neuen Wissen sehen. Mit dem Ziel, uns einmal so sehen zu können, wie Jesus uns sieht. Das war unser Impuls der letzten Bibelarbeit, den ich persönlich sehr wertvoll finde. Jesus sieht den Glauben und die Gedanken im Gegensatz zu den Pharisäern (Mt. 9, 1-13), die den Menschen verurteilen aufgrund dessen, was sie sehen. Jesus sieht den Menschen wie er sein wird, nicht wie er ist. Dies wünsche ich auch allen anderen, freue mich auf das nächste Wochenende, neue Impulse, neues Wissen über mich und meine Handlungsweisen und die neuen Freundschaften.
Mit Sonne und freudigen Gedanken kamen wir zurück nach Wien und dürfen uns auf das nächste Wochenende Ende April freuen.