15.03.2011

Japan - Gottes Hilfe in der Not

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hier darf ich euch eine Erfahrung übermitteln ...

Hi! Mein Name ist Kim Bonki. Ich komme aus Korea und arbeite als Missionspionier (Pioneer Mission Movement PMM) in der Gemeinde Tsukuba in Japan. Danke für eure Gebete in den letzten Tagen, seit dem großen Erdbeben und dem Tsunami.
Diese Tage waren voller Angst und Schrecken. In der Zwischenzeit gibt es nun aber wieder Strom und auch die Wasserversorgung funktioniert bereits wieder recht gut.

Mit großem Getöse fielen am 11. März Häuser unter der Wucht des Bebens in sich zusammen und die Ampeln auf den Straßen gingen alle auf einmal außer Betrieb. Nach gefühlten zehn Minuten war alles wieder vorbei. Gott sei Dank wurden wir beschützt, so dass keiner der Missionpioniere und deren Familien zu Schaden kamen. Viele Kinder fürchteten sich nach dem Hauptbeben sehr, in die Häuser zurück zu kehren. Als wir unser Haus dann betraten wurden viele Schäden sichtbar. Die Mauern hatten Risse bekommen, unser Geschirr war aus den Regalen gefallen und am Boden zerbrochen. Alle Bilder und Uhren, die zuvor an den Wänden hingen, lagen nun am Boden. Nichts desto trotz waren wir sehr glücklich, dass keinem von uns etwas zugestoßen war. Während wir mit den Aufräumarbeiten im Haus begannen, bebte von Zeit zu Zeit immer wieder leicht die Erde. Selbst nachdem wir die Kinder schon zu Bett gebracht hatten fühlten wir immer wieder, wie sich der Boden unter unseren Füßen bewegte.
Am Tag nach dem Erdbeben, am Sabbat, waren wir komplett ohne Strom- und Wasserversorgung. Ebenso funktionierten die Telefon- und Handynetze nicht. Der Gottesdienst in der Gemeinde wurde aufgrund zahlreicher Nachbeben abgesagt und die Geschwister hielten Familienandachten in ihren Heimen ab. Auch wir knieten uns zuhause hin und beteten mit unseren Kindern für die Opfer des Erdbebens.

Wir waren nun den zweiten Tag ohne Wasserversorgung. Alles, was wir hatten war eine 5dl Wasserflasche. Wo sollten wir am Sabbat Wasser herbekommen. Während ich grübelte, hörte ich meine Frau in der Küche beten. Auch ich begann zu beten. Wir hatten nicht einmal mehr genügend Wasser um unserem Baby das Essen zuzubereiten ... Aus heiterem Himmel meinte Frau auf einmal, sie gehe nun in die Gemeinde. "Was sie dort wohl tun wollte? Die Wasserversorgung war schließlich in der ganzen Stadt unterbrochen", dachte ich mir.
In der Gemeinde angelangt drehten wir einen Wasserhahn auf, und langsam begann daraus Wasser zu fließen. Wir füllten alle Flaschen und Behältnisse, die wir finden konnten, und als alle Gefäße voll waren versiegte die Wasserquelle wieder. Ich musste unweigerlich an Elia und Elisa denken. Gott versorgt uns und gibt uns genau so viel, wie wir benötigen. Preist den Herrn!

Wir beten, dass diese schwierige Situation zu einer Chance für Japan wird, um das Evangelium Jesu Christi im ganzen Land verbreiten zu können. Danke für eure Gebete!

 

Das ADRA-Japan-Team konnte schnell in die betroffenen Gebieten reisen und mit der Hilfe Vorort beginnen. Die mangelnde Wasser- und Stromversorgung und das kalte Wetter sind eine große Herausforderung für die Rettungskräfte. Hier kommt ihr zur Projektseite von ADRA.