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12.03.2012

Common ca va?

Moi - ca va très bien ...

... le dernier semaine est été calme, par beaucoup de travaille!

Am Montag höre ich ein Geräusch wie wenn bei uns der Hubschrauber gelandet ist und ich sage zu Sophie im Spass: "ein Notfall!", woraufhin sie nur den Kopf schüttelt und das verneint. Doch kurz drauf wird meine Aussage bestätigt, wir bekommen tatsächlich eine Pat. mit dem Hubschrauber!

Ist ja kein Problem, gleich neben der Klinik ist dafür ein Landeplatz vorgesehen. Unsere Pat. ist noch sehr klein - erst 5 Jahre alt, sie ist beim Spielen in der Schule gestürzt, hat eine Rißquetschwunde am Kopf, die schon genäht ist, doch darunter ist ein grosser Bluterguss sichtbar (Durchmesser ca. 7 cm) und einen linken Mittelfussknochen hat sie sich auch gebrochen. Sie ist nicht mit Medikamenten ruhiggestellt, doch von ihr hört man keinen Muckser! Der Arzt, der mitgeflogen ist, drückt uns die Kopfhörer in die Hand zum Desinfizieren und wie ich damit fertig bin, gebe ich sie dem Mann, der ebenfalls mit dem Hubschrauber gekommen ist und eine Uniform an hat, mit der Bemerkung, dass die Kopfhörer sauber sind. Er schaut mich nur gross an und weiss gar nicht, was er damit machen soll- später hab ich mitbekommen, dass es der Vater unserer Pat. ist!

Esther - so heisst die kleine Maus - blutet auch aus dem linken Ohr- Verdacht auf eine Schädelfraktur! Dazu fährt sie mit der Rettung in die Stadt, wo ein CT gemacht wird und sich dieser Befund bestätigt. Wie sie wieder zurückkommt, wird sie in ein normales Bett gelegt und sie verschwindet fast darin - es ist viel zu gross für sie! Ich habe Zeit und bleibe bei ihr, wische ihre Tränen weg, die lautlos herunterkommen, bastle ihr aus einem Handschuh einen Luftballon und male ein Gesicht drauf. Es ist schon später Nachmittag und ich glaube, dass sie in der Früh zum letzten Mal gegessen hat! Sie ist schon sehr müde und hat Kopfschmerzen, sie lässt sich gerne über den Kopf streicheln und ihre Augen fallen fast zu - da kommt ihr Vater herein und bringt was zu essen mit. Am nächsten Tag sagt sie mir, dass es ihr nicht gut geht aber am Mittwoch geht es ihr "très bien" und sie spielt sich mit meinem Luftballon, am nächsten Tag kann sie heimgehen.

Bei einer 10 - jährigen entfernen wir 2 Spickdrähte vom Oberarm, den sie sich vor 4 Wochen gebrochen hat.

Wie wir von der Arbeit nach Hause kommen, unterhalten wir uns - und das müssen unsere Hundebabies gehört haben! Sie fangen ein Schreikonzert an und stehen alle 4 am Fenster Schlange! Wie ich mich umziehe, denke ich mir, was da los ist- werden sie schon wieder von Panchito (einem grossen Hund) gebissen? Ich gehe zum Fenster und muss echt lachen- sie warten auf mich und haben Hunger! Da gehe ich gleich hinaus, um sie zu füttern. Wenn sie mit Essen fertig sind, kommen ihre kleinen Füsse zu mir herauf so weit es geht und sie teilen mir mit, dass sie jetzt bitte hochgehoben werden möchten und kuscheln! Kurz darauf schlafen sie ein und geben zufriedene Töne von sich- diese Zeit geniesse ich sehr!

Wenn nicht viel Instrumente zu waschen und verpacken sind, was macht man dann? Richtig - putzen ist angesagt. Aber Sophie teilt mir gleich mal mit, dass wir heute nicht alles machen, da morgen auch noch ein Tag ist und sie müde ist (um 10.15 vormittags!)...

Am Donnerstag war ja Weltfrauentag, dazu haben Silvia und ich 4 Kuchen gebacken, Knabberzeug und Getränke eingekauft, ein Geschenk für jede Frau verpackt, wir wollten gemütlich zusammensitzen und gemeinsam essen. Doch die Schwestern hier haben einen anderen Wunsch gehabt - sie wollten ein "Paignet", dass ist ein traditionelles Gewand hier, besteht aus Oberteil, Rock und Kopftuch. Dazu fahren Salome und Sophie in die Stadt, um den Stoff zu kaufen - pro Frau 7m, daraus wird dann das ausgesuchte Modell genäht. Also können wir zu Hause Kuchen bis zum Umfallen essen, die Getränke und das Knabberzeug heben wir für die nächste Feier auf. Die Leute wissen gar nicht, was ihnen entgeht, aber sie wollten unbedingt den Stoff haben... Ich bekomme von Silvia auch ein Geschenk- wie ich damit rausgehe, fragt mich ein Portier, ob ich nicht für seine Frau auch ein Geschenk habe- ich gebe ihm die Bodylotion, am nächsten Tag sagt er mir, dass sie sich riesig drüber gefreut hat!

Ach ja, ich habe eine neue Freundin! Hab schon von Larissa erzählt (Sichelzellanämie), die 4 Schwestern hat. Die Vorletzte davon ist 2 Jahre und 4 Monate alt. Wie sie mich zum ersten Mal gesehen hat, schaut sie mich von oben bis unten ganz genau an und wir finden uns gleich was zum Spielen, was ihr grosse Freude macht. Wenn sie jeden Tag ihre grosse Schwester besucht, schaut sie, ob sie mich hinter dem Fenster sieht und wenn das der Fall ist, kommt sie gleich her, gibt mir ein paar Bussi und ihr Tante sagt mir später, dass sie sagt, dass ich ihre Freundin bin! Wenn ich Zeit habe und rausgehen kann, um mit ihr zu reden, ist sie am Anfang ein bisschen verlegen und beantwortet alle Fragen mit JA, aber ich glaube,. dass sie zu Hause ein ziemlicher Wirbelwind ist, ihr schaut das "Gangerl" aus den Augen raus! Ihre kleinste Schwester ist 4 Monate alt und die Babies hier sind sehr süß - wenn sie mich mit ihrem zahnlosen Mund angrinsen! Die Damen hier legen (meistens) sehr viel Wert auf ihr Äusseres, viele lassen sich Kunsthaare einflechten oder annähen, das hält 1 Monat, danach kommen sie mit einer neuen Frisur.

Unser Pat, bei dem wir die Tracheotomie machen mussten, bekommt eine Chemotherapie. Ich sehe ihn und frage, wie´s ihm geht, er zeigt mir den Daumen nach oben. Sprechen ist ja mit der Kanüle nicht mehr möglich und ich erschrecke mich, wie ich seinen Hals sehe- der Tumor auf der linken Halsseite ist sichtlich gewachsen! Ich mache ein Foto von Emmanuel - dem Jungen ohne Unterschenkel, seine Zimmerkollegen wollen natürlich auch gleich fotographiert werden! Der Vater von Maloba - die 19jährige, die letzten Samstag gestorben ist - will mir schon längstens eine CD geben, um die Fotos von der Gallenblasenentfernung seiner Tochter zu bekommen. Ich frage mich, ob er die wirklich noch braucht, aber bitte!

Sophie bleiben im Monat 50$ für Essen - würden wir damit auskommen? Pfl. Simon frage ich, ob er ein Geschenk für seine Frau vorbereitet hat- nein - warum nicht - kein Geld! Bitte, du hast letzte Woche deinen Lohn bekommen und heute schon kein Geld mehr? Ich hoffe, dass er gescherzt hat! Doch die Leute hier können das Gehalt nicht immer einteilen und so bleibt am Monatsende nix mehr übrig für eine Jause!

Einen fast 4 jährigen Jungen operieren wir ebenfalls, wie Felix ihn in den OP reinträgt, weint er. Ich rede mit ihm - kurz darauf hat er sich beruhigt und schaut mich ganz gross an. Wie ich seine Nase putzen will, versteht er mich nicht, dass er sich schneuzen soll - so bleibt das Sekret in der Nase.

Am Donnerstag komme ich vor Silvia und Elmer heim, sie sagt mir, dass ich ein Omlett machen soll. Irgendwie bin ich mit meinen Gedanken ganz wo anders, gebe die Eier in die Pfanne, da merke ich, dass ich Mehl und Wasser vergessen habe... Schnell zusammenmixen und dazugeben, Salz dazu - ein Unfall... Aber später fragt mich Silvia, wie ich das gemacht habe, da es sehr gut schmeckt (sie macht das Omlett immer ohne Mehl) - da kann ich drüber schmunzeln.

Auf Intensiv liegt ein Patient mit einem Herpes zoster im Gesicht - das ist sehr schmerzhaft. Aber er ist nicht zu krank, um zu rauchen- das macht er gleich beim Fenster vom OP Vorraum und lässt anschliessend alles offen, dass die Viecher hereinkommen. In diesem Moment kommt Dr. Daudet herein und ich bitte ihn, dem Pat. zu sagen, dass das auf keinen Fall geht! Wenn er so krank ist und grosse Schmerzen hat, was er mir heute noch bestätigt hat, ist Rauchen sicher nicht förderlich für seine Genesung! Kurz darauf fragt er, ob er auf die Station verlegt werden kann!

Am Freitagnachmittag kommt Elmer und sagt, dass er Good News hat- welche? Er hat am Nachbargrundstück, wo das Guesthouse gebaut wird, den Container aufgehoben und was findet er drunter? Eine Hundemama mit 11 Babies! Er denkt sich gleich, wer für die sorgen kann - die Claudia! Aber es ist für uns unmöglich, 19 Hunde zu füttern- es ist wahrscheinlich eine streunende Hündin, die sich hier einquartiert hat. Wie ich mir diese Familie anschauen will, sehe ich leider nur den Rücken der Mama, es ist sehr finster.

Gestern haben wir eine Notgastro gemacht- ein junger Pat. mit Bluterbrechen. Er ist Libanese und wie ich später nochmal rübergehe, um Material aus der Apotheke auszugeben, stehen da 15 Männer, die alle zu diesem einen Mann gehören!

Wieviel wir gearbeitet haben? In 2 Monaten 105 OP´s, davon 76 Allgemeinnarkosen und 25 Entfernungen in Lokalanästhesie - könnt ihr da mit uns mithalten?

Viel Freude in der kommenden Woche und gutes Gelingen bei allen Vorhaben wünscht euch Claudia